(hf) Die Gemeindekarte aus dem Jahr 1859 wurde vom gebürtigen Stukenbrocker Bernard Dahlmeier angefertigt, der ab 1857 Lehrer an der Forellschule war, bis er 1864 nach Sandebeck versetzt wurde. Eine Besonderheit der Karte ist, dass Dahlmeier die Grenzsteine zu den Nachbargemeinden Liemke und Augustdorf eingezeichnet hat.
Vor welchem historischen Hintergrund ist die Entstehung der Karte zu verstehen? Armut und Hungersnöte, das Fehlen einer Kreisstraße – nämlich der späteren Chaussee bzw. B68 – und einer Kirche in Stukenbrock-Senne; dies alles führte in den 1850er Jahren zu der Idee, die Gemeinde Stukenbrock zu teilen. In der Gemeindechronik heißt es: „Es sollten der Detmolder Weg welcher von Welschof nach Woisten hin zieht als Grenze dienen, die Forell Senne eine eigene Gemeinde bilden.“ Auch über eine Fusion von Stukenbrock-Senne und Hövelsenne war nachgedacht worden. Die Teilungspläne wurden letztlich verworfen, weil die Senner Höfe wirtschaftlich zu schwach und oftmals verschuldet waren.
Zwischen 1859 und 1916 wurden in der Karte farbliche Änderungen von unbekannter Hand vorgenommen. Auf den eingeklebten Zetteln ist zu lesen:
„Farbenerklärung.
Forellschulbezirk [grün] umstrichen
Chause mit [rote Linie] neue Kapelle mit † bezeichnet.
Grundstücke welche den Juden in Haustenbeck gehören mit [gelb] umstrichen.
Wo Protestanten im Forellschulbezirk wohnen mit [rot] bezeichnet.“„Protestantische Gemeinde Augustdorf.
Im Jahre 1890 erbaute Protestantische Schule.
Schule.“
Quelle:
Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn, Erzbistumsarchiv
Signatur:
Erzbistumsarchiv Paderborn, Acta Specialia A2.1, Stukenbrock St. Achatius, Bd. 2 Kirchliche Gebäude 1897-1943
