Der Anthof

IM NAMEN DER ALLERHEILIGSTEN  –  DREIFALTIGKEIT BAUEN WIR
JOHANN JÜRGEN ANTPÖHLER     ANNA MARIA ELISABETH WÖSTEN
DEN 13. JUNIUS                                      1779

Lautete die Inschrift des Anthofes, des Urhofes aller Namensträger Antpöhler. 
Die nächsten vier Generationen der im Torbogen verewigten Eheleute vererbten den Anthof in weiblicher Stammeslinie. Die Männer, die auf den Hof einheirateten, übernahmen den Namen Antpöhler bis auf einen namens Brock, der auf diesen Namen als Familiennamen bestand. Es heißt, er soll eigens dafür vor das Amtsgericht gezogen sein. Seine Geschwister ahmten das – mehr oder weniger – nach und so kam es in dieser Zeit zu einem unglaublichen Namenswirrwarr innerhalb der Familie. Die Geschwister hießen mal Antpöhler, mal Brock, einer gar Johann Heinrich Brock von Eschengert von Antpöhler. Elisabeth behielt schließlich als Anerbin den Namen Antpöhler und auch den Hof, heiratete Heinrich Gerkens, genannt Schapers-Franz, und nahm mit der Heirat dessen Namen an. 

Ab da wird der Anthof unter dem Namen Gerkens auch in den Melderegistern geführt. Ob die Tradition der weiblichen Stammeslinie hier gebrochen wurde, weil Schapers Franz 50 Schafe mit in die Ehe gebracht hat, wie erzählt wurde, weiß heute wohl keiner mehr so richtig. Allerdings meinte seine Enkeltochter, dass das kaum denkbar sei, angesichts der ärmlichen Verhältnisse an dessen Elternhaus, einem Heuerlingshaus des Tölkenhofes, aus denen er stammte. 

Andere wissen zu berichten, dass es der Wunsch der Mutter gewesen sei, die Tochter auf dem Hof zu behalten. Die Söhne sollten woanders einheiraten bzw. lebten diese im Antschuppen weiter. 

Das Foto zeigt einen Antpöhler-Zweig, genannt Antotten, deren Ursprung – wie der aller Namensträger Antpöhler – auf den Anthof zurückgeht. Familienvater Franz Antpöhler war Neubauer auf dem ehemaligen Sieweke‑Hof hinter dem Kuhkamp. Sein Bruder Wilhelm gründete einen neuen Hof in Schloss Holte (Balke), Bruder Josef siedelte nach Hövelhof über, und Bruder Heinrich übernahm den elterlichen Hof, heute Wüstung auf dem Truppenübungsplatz. 

Ihr Vater, der Chronist und Ortsvorsteher Heinrich Antpöhler, war nacheinander mit zwei Schwestern Antpöhler vom Anthof verheiratet – beide Tanten der späteren Colonin vom Anthof, die den Namen Gerkens und damit erstmalig den Namen ihres Ehemanns als Hofnamen übernahm.

Quelle:

Auszug aus der Broschüre eines Antpöhler-Treffen