(hf) In loser Reihenfolge stellen wir bemerkenswerte, überraschende, tragische, bisweilen auch skurrile Erkenntnisse vor, die sich aus der Auswertung der Kirchenbücher ergeben haben. Allein im Zeitraum 1704 bis 1904 wurden in Stukenbrock über 2.800 Ehen geschlossen, über 11.700 Kinder getauft und über 7.400 Sterbefälle verzeichnet.
Dem Kinderreichtum fast aller Familien stand die hohe Kindersterblichkeit gegenüber. Als Rekordhalter unter den zeugungsfreudigen Männern ist der aus Asemissen stammende Heuerling Friedrich HELLWEG (1793-1871) zu nennen. Er hatte im Norden Stukenbrocks ein Heuerhaus des Gutes Dalbke gepachtet, und war dreimal verheiratet. Währenddessen vermochte er es, insgesamt 22 Kinder zu zeugen, von denen wenigstens neun das Erwachsenenalter erreichten. Bei der Geburt des ersten Kindes war HELLWEG 24 Jahre alt, bei der Geburt des jüngsten Kindes immerhin schon 70 Jahre alt. Als dieses jüngste Kind namens Anna Maria Elisabeth 1864 geboren wurde, hatte ihre Halbschwester Dorothea Friederike gerade ihren 46. Geburtstag begangen.
Als evangelische Heuerlingsfamilie blieb es den HELLWEGS in dieser Zeit verwehrt, sich in Stukenbrock längerfristig anzusiedeln. Alle Kinder verzogen bei ihrer Verheiratung, die meisten nach Oerlinghausen oder Bielefeld.