Schützenfest, der Tag danach

(mt) Vor über 90 Jahren, im Jahr 1934, war Stukenbrock mit rund 2300 Einwohnern klein – die Freude am Feiern aber groß. Der Schützenkönig kam damals „mitten aus dem Dorf“: Franz Westhoff. An seiner Seite Ebbers Lenchen als Königin – beide bestens allen bekannt.

Die Schützentradition selbst reicht weit zurück: Schon 1597 wurden die Stukenbrocker Schützen erstmals erwähnt, als der Paderborner Bischof Theodor zur Bildung von Schützengilden aufrief. Stukenbrocker Schützen standen sogar 1601 im Verteidigungsbund, der das Dorf Benhausen gegen Angreifer schützte.

Fast 350 Jahre später, 1933, gründete Stukenbrock‑Dorf eine Schützengesellschaft. Das erste Königsschießen fand am Oelbach statt, die Proklamation im Wohnzimmer des ersten Schützenmeisters Anton Lüke, und die Königskette musste man sich aus Nachbarvereinen ausleihen.

Das Bild zur Nachfeier zeigt genau dieses Gefühl: Ein Pferd, das angeblich Treppen steigen konnte, vermutlich die niedrigen Treppenstufen vor Westhoffs hoch, als gehöre es selbstverständlich zum Alltag. Aber es blieb sicherlich nicht links an der Theke, ging auch nicht in den Tante-Emma-Laden rechts, wie sie damals zu allen Kneipen dazugehörten die kleinen Geschäfte, und das Pferd wird wohl auch die große Küche dahinter rechts liegen gelassen haben, der Durchgang endete nämlich am anderen Ende des Hauses mit einem Ausgang zum Feld. Wie oft sind wir damals als Kinder da durch gerannt und haben Fangen gespielt, zum Leidwesen von Westhoffs Siegfried, der uns „wild gewordene Blagenbande“dann auch mal ganz gerne mit der Pferdepeitsche davonjagte.

Das Foto aus 1934 zeigt uns unsere Vorfahren in einfacher Kleidung, nichts Festliches. Vermutlich kamen sie direkt vom Acker zur Nachfeier. Nur kurz noch die Trommel zum Musizieren geholt. Sicherlich küerten sie „platt“ und hatten jede Menge Spaß.

Dieses Miteinander prägt uns bis heute

Mehr zur frühen Geschichte – von 1597 bis zur Gründung 1933 – findet sich hier: https://stukenbrocker-schuetzen.de/chronik/

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